Im Frühjahr
2009 zeigt der NAK zwei parallel laufende
Einzelausstellungen mit den Künstlerinnen Michaela Eichwald
(*1967, lebt und
arbeitet in Berlin) und Meg Cranston (*1960, lebt und arbeitet in Los
Angeles).
Es erscheint besonders
wichtig und dringlich, die künstlerische Position von Michaela Eichwald
mit einer
Einzelausstellung in
Nordrhein-Westfalen zu würdigen. Der vor kurzem erfolgte Umzug
der Künstlerin von Köln nach Berlin markiert
nicht nur
eine Zäsur in der Biografie von Michaela
Eichwald, sondern beschreibt ebenso das Ende einer Epoche, in
der
Kunstschaffen und –denken eng mit dem Rheinland
verknüpft
war.
In Michaela Eichwalds
künstlerischem Schaffen spiegelt sich auf einzigartige Weise
der
spezifische Kölner Kunstdiskurs wieder, der seit Beginn der
90er Jahre mit
Künstlern wie Jutta Koether, Michael Krebber, Cosima von
Bonin,
Matthias Schaufler und Kai Althoff in Ausstellungen und über
die Zeitschriften „Texte zur Kunst“ und
„Spex“ dazu beitrug, die Stadt Köln und
mit ihr das Rheinland als internationale Kunststadt und -region zu
etablieren. Neben der
eigenen künstlerischen Tätigkeit konzentrierte sich
Michaela Eichwald von 1989
an auch auf das Schreiben von Texten und Lyrik, die im Umfeld der
damaligen
Kunstszene und in intensivem gedanklichem Austausch mit den oben
genannten
Künstlern entstanden und die Diskursebenen dieser Zeit
reflektieren und
dokumentieren.
In ihrer
bildnerischen Arbeit verbinden sich das Ringen um eine angemessene
materielle Form mit dem Nachdenken und Schreiben über Kunst.
Dadurch entstehen Werke, die immer auch die Reflexion ihrer eigenen
Darstellung und Entstehung in sich tragen. In einer radikalen
Subjektivität treffen Elemente von Alltagskultur hier
auf
Theorien von Kunstgeschichte, Bildtheorie und
Identitätskonstruktion.
Für
die konzeptuelle und diskursbasierte zeitgenössische Kunst der
90er Jahre war neben dem Rheinland vor allem Kalifornien und hier
besonders Los Angeles das zweite Kunstzentrum schlechthin.
Mit Meg Cranston
hat der NAK eine Künstlerin eingeladen, deren Schaffen ebenso
wie
das von Michaela Eichwald diskursiv mit der Kunstszene ihrer Stadt,
eben Los
Angeles, verknüpt ist und auch Ende der 1980er
Jahre beginnt.
Die Kunstszene in Los Angeles
ist bereits in den 60er Jahren und
in ihrer Erneuerung in den 90ern zu einem Anziehungspunkt vieler
konzeptuell
arbeitender Künstler und einem Ort der Diskussion
über zeitgemäße
Kunstproduktion geworden. In der
Auseinandersetzung mit der spezifischen
kalifornischen Tradition der
Konzeptkunst hat sich Meg
Cranston seitdem mit einer Vielzahl
von Einzel- und Gruppenausstellungen international einen Namen
gemacht.
Zu
ihrem Werk gehören neben Collagen, Skulpturen, Zeichnungen und
Gemälden auch
Performances, Installationen und Texte, die sich auf hintersinnige und
ironische Weise mit der Zeichensprache und Symbolik der
US-amerikanischen Pop-
und Alltagskultur auseinandersetzen. Deren spezielle grelle
Ausprägung in
Los Angeles zitiert Meg Cranston durch Aneignung von Farben, Formen,
Sprache, Gesten und weiteren
Versatzstücken und deutet sie gleichzeitig
um.
Ganz nebenbei schaffte es Meg
Cranston
auch die eigene Rolle als Künstlerin in ihre Arbeit zu
integrieren, die niemals
explizit, aber doch als selbstverständlicher Nebenstrang in
vielen ihrer Werke
mitschwingt. Dabei inszeniert sie sich nie als Opfer ihrer
Geschlechterrolle,
sondern vielmehr als humorbegabte, lakonische, postmoderne
Rollenjongleurin.
Zum uhutrust - Blog von Michaela Eichwald
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