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5. Mai bis 16. Juni
Mit:
Center
for Landuse Interpretation mit Bill Dubois, Oliver Cryo / Oliver Elser,
Björn Dahlem, Ursula Damm, Anne Decock, Christian Jankowski,
Annemie van Kerckhoven / Luc Steels, kunst + technik, The Modern
Institute mit Torsten Lauschmann und Michael Wilkinson, Wilhelm Mundt,
Boris Nieslony, Peter Piller, Tyyne Claudia Pollmann, Oliver Ressler,
Daniel Roth, Bojan Sarcevic, Keith Sonnier, Rolf Walz, Georg Winter,
Edwin Zwakman.
Videoprogramm: Jörg Adolph und Burkhard
Spinnen, Fischli/Weiss, Kristin G. Hardarson, incident v.z.w. mit
Vlaamse Fiktie, David Krippendorff.
Vorträge und
Diskussionen: Matthew Coolidge - The Center for Land Use
Interpretation; Boris Nieslony, Das Paradies,
www.baunetz.de/Sondermodelle; Alexander Markschiess, Die Sondermodelle
und die Tradition des Architekturmodells; Harry Walther, Luftkrieg im
Wohnzimmer; Anne Decock, Coffee (inszenierter Vortrag, realisiert mit
dem Theater K.)
Ein Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt des Neuen Aachener Kunstvereins in Werkhallen, Foyers und Forschungslaboren
der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen
In
äußerst produktiver Zusammenarbeit mit dem
Außen-Institut der RWTH Aachen und einer studentischen
Projektgruppe des Instituts für Kunstgeschichte wurde während
der RWTH-Projektwochen 2000 vom 5. Mai bis zum 16. Juni ein Vorhaben
realisiert, dem an der Konfrontation von Phänomenen der aktuellen
Kunst mit Gegenständen und Verfahrensweisen der wissenschaftlichen
Forschung gelegen war.
Modell, Modell... war von Anfang an als
ein interdisziplinäres Projekt konzipiert. Das Ziel bestand darin,
Kunst- und Wissenschaftspublikum zu engerem Kontakt und gemeinsamer
Auseinandersetzung anzuregen. Konsequenterweise verlegte sich der NAK
als Kommunikations- und Informationszentrale für den gesamten
Ausstellungszeitraum auf das Gelände der RWTH: Das
interdisziplinär arbeitende Architektenduo [kunst und technik] aus
Berlin installierte ein temporäres Büro mit Infrastruktur und
Arbeitsplätzen für die Mitarbeiter und Projektgruppe des NAK.
Dieses gliederte sich in den laufenden Hochschulbetrieb ein und wurde
gleichermaßen rege von vorübergehenden Passanten, Studenten,
Professoren und kunstbeflissenen Ausstellungsbesuchern genutzt.
Stand
im Anfangsstadium der Planung der Vergleich von künstlerischen und
wissenschaftlichen Modellen im Vordergrund, so stellte sich
während des Projektes heraus, dass sich der Kunstverein selbst
mitten in einer beispielhaften, ständig im Wandel begriffenen
Modellsituation befand.
Was passiert, wenn der herkömmliche
Kontext von Kunstausstellungen aus einer dafür bestimmten
Institution verschoben wird und neue Möglichkeiten von
Kommunikation ausgelotet werden?
Nicht nur die Mitarbeiter des NAK
machten sich durch ihren gewählten Standort geradezu
zwangsläufig offen für Einflüsse von außen, waren
permanent angehalten, sich mit dem angeblich so fremden Terrain der
Wissenschaft zu beschäftigen; auch die 20 eingeladenen
internationalen Künstler und Künstlergruppen wurden mit
dieser Aufgabe konfrontiert. Dies ging etwa so weit, dass im Institut
für Schweißtechnische Fertigungsverfahren eine Arbeit des
Künstlers Georg Winter direkt als Teamarbeit mit den dort
Studierenden realisiert wurde. Heftige Diskussionen über die
Qualität von Architektur und Modell entfachten hingegen die von
Oliver Croy und Oliver Elser präsentierten "Sondermodelle" aus dem
Nachlaß eines Wiener Versicherungsbeamten. Absicht des
einwöchigen Projekts "Cyberlabor – Chromosophy" war es, die
Kooperation zwischen dem Computerwissenschaftler Luc Steels und der
belgischen Künstlerin Anne-Mie Van Kerckhoven an das Publikum
weiterzuleiten. Zum Thema künstliche Intelligenz konfrontierten
sie ihre verschiedenen Ansätze im Institut für Mathematik
und Informatik. Hier gerieten in besonderer Weise die Grenzen zwischen
Kunst und Wissenschaft in "Bewegung" – sinnfällig auch als
Titel einer Arbeit von Christian Jankowski, der zusammen mit Studenten
institutsübergreifend Transparente, beschriftet mit Aussagen der
jeweiligen Lehrstuhlinhaber, vor die Fassaden der Gebäude
befestigte.
Alle realisierten Projekte wurden nebst Lageplan
und Veranstaltungsübersicht in einem 100-seitigen Katalogbuch
zusammengebracht. Die Publikation wurde in Zusammenarbeit mit den
beteiligten Künstlern gestaltet, so dass jede der 20 Arbeiten auch
hier nochmals eine individuelle Form gewann. Der Begriff "Modell" wurde
in der Studentenprojektgruppe eingehend diskutiert und ging in eine
zweiseiteige Definitionssammlung ein. Zudem gelang die
Veröffentlichung eines Interviews mit dem angesehen
Computerwissenschaftler Joseph Weizenbaum (geführt von der
Künstlerin und Medizinerin Tyyne Claudia Pollmann). Absicht dieses
Katalogs war es, ein anregendes Referenzwerk für ein breites
Publikum bieten, welches sowohl die Positionen der (nur in der
Kunstwelt bekannten) Künstler als auch die Hintergründe
unserer Zusammenarbeit mit einer Hochschule nahe bringt. Im Interesse
vieler studentischer Betrachter wurde der Katalog zu einem
günstigen Preis von 15 DM (10 DM für Mitglieder) angeboten
(nach der Ausstellung 20 DM / 15 DM).
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